Auf vielen Plänen und Wanderkarten findest du Wegmale eingezeichnet. Oft sind es Wegkreuze oder Martersäulen und Grenzsteine. Sie gehören zur Geschichte einer Stadt oder Landschaft. In Fürth gibt es „die Martersäule“. Eine Martersäule erinnert an einen Unfall oder eine Bluttat. Wenn jemand des Weges kommt, soll er dort beten. Oft stehen Martersäulen an Wegkreuzungen.

 

Die Sage von der Martersäule

 

Um 1350 lebte in Burgfarrnbach der Ritter Rapato von Külsheim. Er lebte glücklich mit seiner Familie bis die Pest kam, und die Rittersfrau todkrank wurde. Der Ritter sprach zu seiner Tochter: „Liebes Kind, uns kann nur noch einer helfen und das ist Gott selbst. Gehe zur Martinskapelle. Schon oft hat Gott dort Gebete von Menschen in Not erhört. Er wird auch deine Bitte gnädig aufnehmen. Nimm zwei Knechte mit. Ich will bei deiner kranken Mutter bleiben.“

So ging das Ritterfräulein mit den zwei Knechten los. Als sie in das Tal kamen, sahen sie, dass der Fluss zu einem reißenden Strom geworden war. Er überschwemmte das Tal und inmitten der wilden Flut stand die Martinskapelle. „Wir müssen umkehren,“ sagten die Knechte. Die Ritterstochter aber ergriff die Männer bei der Hand und bat flehentlich darum, mit ihr das Wasser zu überqueren, damit sie in der Kapelle für ihre Mutter beten könne.

Die Männer wollten ihre junge Herrin nicht im Stich lassen, und fanden einen Kahn mit dem sie das junge Mädchen zu ihrem Ziel ruderten. Das Ritterfräulein kniete in der Kapelle nieder und betete um das Leben der Mutter.

Stunde um Stunde wartete der Ritter auf seiner Burg auf die Heimkehr der Tochter. Da bekam der Ritter große Angst. Er ließ sein Pferd satteln und ritt die Straße entlang nach Fürth. Als er die Höhe erreichte, von der aus die Straße ins Tal ging, sah er einen Zug mit Menschen, die ihm entgegenkamen. Es waren weinende Frauen. Dann sah er drei Bahren, die von Männern getragen wurden. auf der ersten lag seine Tochter und auf den anderen beiden seine Knechte. Alle drei waren tot. Als die drei von der Kapelle zurückrudern wollten, hatte sie ein Strudel in die Tiefe gerissen.

Mit dem traurigen Zug ritt der Ritter zurück auf seine Burg. Das Opfer der drei war aber nicht umsonst: Die Rittersfrau wurde wieder gesund.

Der Ritter von Külsheim ließ dort, wo er dem Zug begegnet war, eine Martersäule errichten mit dem Bild der Tochter und der beiden ertrunkenen Knechte. Er wünschte sich, dass jeder, der dort vorbeikommt, eine Fürbitte verrichte.

Die Martersäule steht heute noch an der Würzburger Straße, dort kannst du sie bewundern!

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